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27. Januar 2011

Gefunden...



Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

J. W. von Goethe


...
Das ist eines von Goethes bekanntesten Gedichten; 1788, im Alter von 39 Jahren, schrieb er es für die 23-jährige Christiane Vulpius. Das Blümlein am Wegesrand ist nichts anderes als ein Bild für die Geliebte. Goethe wollte Christiane nicht einfach brechen und zum Welken verurteilen, sondern er pflanzte dieses „Blümlein“ mit allen Wurzeln im Garten seines Hauses ein. Er machte sie zu seiner Frau.


Alles Liebe!

Hella K.





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